risottoumdiewelt.de | Die Stadt Cartagena und die Menschen in ihr
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Die Stadt Cartagena und die Menschen in ihr

Die Stadt Cartagena und die Menschen in ihr

Wir haben mit euch bereits unsere ersten farbenfrohen Eindrücke von Cartagena und des Landes Kolumbien geteilt. Vieles hat uns anfangs tatsächlich auch sehr gefordert. Es ist anders, als das, was wir bis Dato in unserem Leben kennenlernen durften: es ist hier einfach in so vielen Lebenslagen kontrastreicher, daran müssen sich die Sinne erst einmal gewöhnen.
Heute habe ich, Torsten, in dem Buch von Andreas Altmann „Reise durch einen einsamen Kontinent“ folgendes über die Menschen in Kolumbien gelesen:

„Dazu kommt – und kein Fremder entgeht dieser Erfahrung -, dass das kolumbianische Volk über die zügellose Begabung zum Extrem verfügt. In alle Richtungen, hin zum Guten, hin zum Blindwütigen: eben liebesfähig, hassfähig, trunken vor Freude und Trauer, immer getrieben wird von einer irrationalen, so sagen sie selbst, >>Begierde zu leben<<“

Diese Sätze kommen uns recht passend vor, über das, was wir die letzten zwei Wochen hier erleben durften. Ein Ort voller Gegensätze. Arm und Reich. Alt und Neu. Lebensfreude und Tristes. Das sind Schlagworte einiger unserer Erlebnisse.

Alltägliches erfahren wir neu. Ein Beispiel: diskutiert und mitgeteilt wird sich hier an der Karibikküste Kolumbiens sehr gestenreich und durchaus laut. Am ersten Tag mutete es sich für uns wie Streitgespräche an, dabei waren es Freunde, die sich austauschten und sich gegenseitig neckten.
Aufgrund unserer geringen Spanischkenntnisse bleiben wir immer ein Stück weit aussen vor. Als Reisende (wir sehen uns weniger als Touristen, so sehen uns aber meist Einheimische) fühlen wir uns oft anders behandelt. Wir nennen es mal „individuelle Touristensteuer“, die durch Taxifahrer oder Strassenverkäufer nach gut dünken erhoben wird. Das Gute ist: es fordert uns sich dann mit unserem Gegenüber auszutauschen und mit unseren Brocken Spanisch in die Verhandlung zu treten. Bis dato waren wir fast immer erfolgreich und konnten die individuellen Aufschläge reduzieren….glauben wir zumindest!

Die Stadt gefällt uns gut, auch wenn wir uns nach zwei Wochen nach etwas mehr Natur und Ruhe sehnen. Doch uns begeistert immer wieder die Herzlichkeit der Menschen, die uns begegnen.

 

GustavoGustavo, der Spanischlehrer

(www.letracaribe.com)

Jeden Tag haben wir zwei Stunden Spanisch Unterricht mit Gustavo, der seinen Beruf gerne macht – das merken wir und dementsprechend viel Spaß haben wir, auch wenn wir anfangs kein Wort verstehen. Gustavo lehrt uns spanisch mit Leidenschaft, er fordert uns und wir lachen viel. Ein feiner Kerl ist er. Wir erfahren doch so einiges über Cartagena und die Menschen in Kolumbien. Schnell werden wir in die Whats App Gruppe „Aktivitäten in Cartagena“ aufgenommen und mit reichlich Veranstaltungstips versorgt. Gemeinsam verbringen wir einen etwas unerwarteten Strandtag zusammen, das ist allerdings eine Geschichte für sich; oder wir treffen uns auf ein gemeinsames Abendessen. Gustavo liebt das Leben, seinen Beruf und interessiert sich für Menschen. Das gefällt uns.

 

Lilian, die Ladenbesitzerin eines außergewöhnlichen WaschsalonsBeerLaundry1

(www.facebook.com/beerandlaundry)

Was auf Reisen manchmal auch notwenig ist, ist alltägliches wie Wäsche waschen. Wo macht das, wenn man in Cartagena ist? Zum Beispiel bei Lilian. Sie ist Besitzerin von „Beer & Laundry“. Das Konzept: Wäsche abgeben, wenn gewollt dort bleiben und Bier und Pizza bestellen, das kostenlose WLAN nutzen und dann die saubere Wäsche nach zwei Stunden wieder mitnehmen. Das Konzept finden wir richtig cool! Nicht nur wir, die ganze Welt trifft sich offensichtlich in diesem Laden, zumindest zeigen das die mit Namen vollgekritzelten Landkarten an den Wänden.

Wir kommen schnell mit Lilian ins Gespräch und tauschen uns mit Ihr aus. Klar, über ihren Laden, die Stadt und deren Menschen. Sie ist ein so herzlicher Mensch, den wir einfach nur ins Herz schließen können. Wir bekommen Tips für unsere Weiterreise durch Kolumbien und Sightseeing-Ideen für Medellin, ihrer Heimatstadt.

Zur Verabschiedung bekommen wir noch Ihre Telefonnummer. Wenn irgendetwas ist, wir was wissen wollen oder wir Hilfe benötigen sollten wir uns einfach bei Ihr melden. Wow, wir sind beeindruckt von so viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft.

 

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Jorge, der Tätowierer

(www.facebook.com/pages/Ink-Addiction-Tattoo/232686823496857 oder www.instagram.com/carpe_tattoo)

Torsten hat Lust auf ein neues Tattoo. „Naja, mal sehen, was uns so auf der Reise an Tätowierern begegnet“, dachten wir uns. Schließlich sind wir bei Jorge gelandet. Er hat Zeit, das Motiv hatten wir dabei und schon geht los. Ist das ein schlechtes Omen, das Torsten gleich dran kommt? Nein, ist es nicht. Jorge leistet ganze Arbeit! Auch mit ihm treffen wir jemanden der seine Profession gefunden hat. Ihm macht einfach Spass, was er tut: Menschen aus aller Welt tätowieren. Und das kann er beeindruckend gut.

 

Wie schon an anderen Orten unserer Reise merken wir es auch hier: es sind die Menschen, die einen Unterschied machen.

 

Rieke & Torsten